MGP Sam Childers with SCM shop owner-smallKorrekterweise sollte es allerdings „Buchhändler mit dem Machine Gun Preacher“ lauten.

Aber 1. wäre die Überschrift zu lang gewesen und 2. war sie so viel interessanter, oder? Ja, so sind sie, diese christliche Buchhändler. Immer den Schalk im Nacken, aber sonst totaaaaal nett 😉

Ich weiß ja nicht, ob ihr den Mann neben mir auf dem Foto kennt. Nein? Der Mann ohne Brille, aber dafür mit Bart ist Sam Childers. Ein tätowierter, drahtiger, kleiner Amerikaner, dem man vor einigen Jahren besser nicht zur falschen Zeit, in dunkler Gasse hätte über den Weg laufen wollen. Unter gewissen Umständen hätte es dann schon mal sein können, dass er einem so RICHTIG eine auf „die Nuss“ gegeben hätte. Denn Schlägereien, Alkohol und Drogen waren seine Welt.

Doch das war der „alte“ Sam Childers.

Zu unser aller Glück haben wir immer die Möglichkeit unser Tun und Lassen zu überdenken und vor allen Dingen zum Positiven zu verändern. Meist scheitern wir allerdings kläglich dabei, wenn wir es auf eigene Faust versuchen. Oder wir landen in den Fängen irgendwelcher Scharlatane, die für Alles und Jedes das richtige Heilmittel, die besten „Energien“, die wirksamsten Steine oder was auch immer, zur Hand haben. Selbstverständlich gegen eine kleine Aufwandsentschädigung…

Sam Childers hat sich auf jeden Fall extremst verändert. Schuld daran war eigentlich seine Frau. Sie fand nämlich durch Sams Mutter zum Glauben, schleppte ihn mit in die Kirche und er bekehrte sich. Von da an änderte er sein Leben völlig, wurde ein neuer Mensch. Den Rest könnt ihr in seiner Biografie lesen, sonst würde es hier den Rahmen hoffnungslos sprengen.

Als wir Sam Childers am 12. Mai diesen Jahres begegneten, fielen meiner Frau sofort seine samtweichen Augen auf, die so gar nicht zu seinem äußeren Erscheinungsbild mit wildem Bart, Tatoos, glatt gegelten Haaren, Lederjacke und dem für Sam so typischen Holzstäbchen im Mundwinkel, passen wollten. Und auch im weiteren Verlauf unserer Gespräche und des Abends wurde schnell klar, hier ist ein Mann unterwegs, der weiß, was er tut. Und der weiß, wofür und für wen er tut, was er macht.

Ich erfuhr zum ersten Mal von Sam Childers, als mir ein Buchhandelsvertreter Ende 2012 Sams Biografie ans Herz legte. Sie war mal wieder eines jener Bücher, die ich innerhalb von 24 Stunden verschlang (Hier der Link zu meiner Buchbesprechnung hier im Blog). Diese Biografie beeindruckte mich schwer und ließ mich einige Tage nicht los. Als dann auch noch ein Film über den Machine Gun Preacher herauskam (hier der Link zu meinem Blogbeitrag darüber), war klar, dass ich ihn sehen musste (und seit dem führen wir ihn auch ständig in unserem Sortiment). Zwar hat sich Hollywood ein paar Freiheiten bei der Verfilmung von Sam Childers Leben herausgenommen, aber er selbst nickte diese Änderungen bei unseren Begegnung ab und konnte sie akzeptieren.

Im Frühjahr diesen Jahres brachte mein Haus und Hof Lieferant SCM Hänssler schließlich einen Dokumentarfilm über den Machine Gun Preacher Sam Childers auf DVD heraus. (Hier mein Blogbeitrag dazu). In diesem Zuge erfuhr ich über eine Mitarbeiterin bei SCM Hänssler, dass Sam im Jahr 2014 in Deutschland unterwegs sein würde und verschiedene Vorträge hielt. Jetzt war klar, dass ich diesen Mann nicht verpassen durfte!

So machte ich mich auf die Suche nach seinen Terminen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich im Internet zu finden waren. Aber, da ich ein Sonntagskind bin (echt, jetzt!), fand ich sie heraus und entschied mich, Sam bei einer Veranstaltung der Landeskirchlichen Gemeinschaft Wittenberge einmal kennen zu lernen. Kurzerhand setzte ich mich mit der LKG in Verbindung und sicherte uns zwei Plätze. Meine Mitarbeiterinnen wurden dazu verdonnert den SCM Shop Fallersleben am Tag der Veranstaltung von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr selbst zu führen, damit der Chef mit seiner Frau rechtzeitig um 19.00 Uhr in Wittenberge sein konnte.

Schön, Chef zu sein! (Manchmal 😉 )

Eine knappe Woche vor der Veranstaltung erhielt ich von der LKG eine Rundmail. Es war quasi ein Hilferuf. Der Gemeinde war der Dolmetscher ausgefallen. Ich bot Hilfe an und letztendlich war es dann so, dass wir eine Dolmetescherin, unsere Roswitha, mit nach Wittenberge nahmen. In sofern war der SCM Shop Fallersleben quasi „Mitveranstalter“. Das fand ich dann schon cool.

Als wir bei ziemlichem Platzregen in Wittenberge ankamen, waren wir die ersten, so wie vereinbart. Nach einer kurzen Begrüßung durften wir an einem gedecktem Tisch Platz nehmen und leckere belegte Brötchen verzehren. Kevin Evans, Sams Techniker und australischer Regisseur der Dokumentation war bereits mit dem Aufbau der Technik im Gange und wir warteten auf Sam, der sich im Hotel eine bisschen Ruhe gönnte.

Es dauerte gar nicht lange und dann kam der „Rocker“ auch schon zur Tür herein. Es folgte eine völlig zwanglose Unterhaltung und wir konnten völlig entspannt in den Abend gehen. Obwohl sich die Wittenbergische Lokalpresse mit der Begründung, sie „wisse nicht, wen solch eine Veranstaltung interessiere“, geweigert hatte, eine Vorankündigung zu drucken, füllte sich der Saal der LKG dann doch recht schnell mit ca. 80 Personen.

Kleiner Einschub: Ich hatte, als ich von dieser Art Pressezensur erfuhr, echt eine „Riesenknolle“. Sams Organisation leistet eine außerordentliche und vorrangig humanitäre Hilfe, die sogar die Postille im „roten Osten“ hätte gutheißen müssen. Aber da die Veranstaltung in den Räumen einer Kirche stattfand, musste sie ja schon grundsätzlich mal schlecht sein und verdiente keinerlei Erwähnung. Ich gehe davon aus das, wenn Sam ein Moslem gewesen wäre, dessen Veranstaltung in der örtlichen Moschee stattgefunden hätte, man sich nicht geweigert hätte, eine Vorankündigung zu veröffentlichen. Christen werden auch in unserem Land schon längst nicht mehr für voll genommen, als „ewig gestrich“ und im Mittelalter verhaftet dargestellt. Ich denke, wir müssen an dieser Stelle sehr genau hinschauen und aufpassen, wohin das läuft. In diesem Zusammenhang verweise ich mal auf die Webseite „Zeit-zum-Aufstehen„. Schaut ruhig mal drauf.

Aber zurück zum Thema. Sam und Roswitha, die Dolmetscherin betraten die Bühne und – Sam ließ sich Fragen aus dem Publikum stellen. Ich fand das mal eine ganz andere Art mit einem Vortrag zu beginnen. Aber aus dieser Fragestunde konnten alle schon so viel Informationen über Sam und seine Arbeit mitnehmen, dass ein bloßer Vortrag auch nicht mehr hätte bringen können. Mittlerweile gibt es in Äthiopien, Sudan und Uganga sechs Kinderheime in den denen täglich ca. 4.000(!) Mahlzeiten ausgegeben werden. Und gleichzeitig mussten fast genauso viele Kinder abgewiesen werden, weil die Kapazitäten fehlten.

Nach den Berichten über seine Arbeit und die Organisation berichtete Sam noch aus seinem Leben und von seinem Glauben. Gott benutzt immer die richtigen Leute an den richtigen Stellen. Und das, obwohl sie selbst (oder auch andere), sie niemals zu diesen Aufgaben befähigt sehen. Aber Gott sieht zum Glück weiter, tiefer.

Schließlich rief er die Anwesenden, die ihr Leben noch nicht Jesus Christus übergeben hatten, nach vorne (wenn sie wollten). Und auch die, die dies erneuern wollten oder sonstwelche Anliegen hatten. Sam sprach ein Übergabegebet und segnete die Menschen.

Anschließend ging er beim Büchersignieren und Fotografieren mit den Anwesenden auf Tuchfühlung. Sam ist ein total umgänglicher Mensch. Äußeres und Verhalten passen nicht zusammen. Aber wie gesagt: wir haben immer die Möglichkeit uns zu verändern (verändern zu lassen).

Alles in Allem war die Begegnung mit Sam Childers schon ein besonderes Erlebnis für uns. Und „ganz nebenbei“ haben wir auch noch Kontakt zu eioner Landeskirchlichen Gemeinschaft in Sachsen-Anhalt aufbauen können.

Tja, sowas erlebt man dann schon als christlicher Buchhändler. Gut, ne?

Bis demnächst

Andreas

Inhaber DER christlichen Buchhandlung im Großraum Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig, Helmstedt.

SCM Shop Fallersleben
Buchhandlung Andreas König
Bahnhofstr. 10
Öffnungszeiten:
Mo – Fr 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Sa 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr,
Tel. 05362 126280

Bitte teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.