Himmelfahrt

Vatertag.

Was geht einem dabei durch den Kopf? Betrunkene Männer / Jünglinge, die mit einem Handwagen voll Bier und anderer, härterer, Sachen durch die Gegend ziehen, um dann gegen Abend (im besten Fall) sich übergebend auf der Wiese im Park liegen… oder so ähnlich.

Oder ist Vatertag einfach nur von den Männern ausgedachtes Pendant zum Muttertag, den die Blumenindustrie alljährlich wieder gern zelebriert?

Und wenn ja: sind es wirklich Väter, die an diesem Donnerstag mit den „Kumpels“ unterwegs sind und sich die Leber mit Alkohol ertränken?

Ist uns eigentlich (noch) bewußt, was Vatertag wirklich ist? Richtig. Der korrekte Name dieses freien Tages lautet „Christi Himmelfahrt“.

Wie ich finde, einer der schwierigsten, christlichen Feiertage überhaupt. Gleich nach Pfingsten, dem zweiten schwierigen Fest der Christenheit, dass kurz auf Himmelfahrt folgt.

An beiden Feiertagen gedenken wir hier im (noch) christlichen Abendland eigentlich zweier Geschehnisse, die sich mit unserem aufgeklärten Geist nicht wirklich fassen lassen. Einmal, an Himmelfahrt, soll also Jesus „leibhaftig in den Himmel aufgefahren“ sein. In der Apostelgeschichte heisst es dort in Kapitel 1, Absatz 9: „Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.“

Und zu Pfingsten steht, ebenfalls in der Apostelgeschichte, Kapitel 2, Absatz 1-4: „Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. 2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Ist doch schwierig, oder?

Da soll jemand vor den Augen anderer in eine Wolke gehüllt worden und anschließend verschwunden sein? Und ein anderes Mal fliegen „Feuerzungen“ durch die Luft und Menschen verstehen in ihrer Muttersprache, was ein anderer in einer ihnen fremden Sprache spricht?

Hammer oder?

Oder einfach nur Blödsinn?

Das sagen ja viele, denen der christlichen Glaube nichts zu sagen hat bzw. die sich von ihm „nichts sagen lassen“. „So etwas gibt es nicht.“, „Alles erdachte Geschichten.“, „Widerspricht jedem gesunden Menschverstand.“ usw. usw.
Ihr habt das sicher auch schon selbst gehört oder gelesen.

Das gerade macht es ja so schwierig, mit diesen Feiertagen umzugehen, wie ich finde. Alles, was darüber berichtet wird, widerspricht so dermaßen unserem „gesunden Menschenverstand“, dass wir uns sehr schwer damit tun und das Gefühl bekommen könnten, uns in die sog. „eigene Tasche zu lügen.“

Ist das tatsächlich so? Reden wir uns nur etwas ein?

Und dann muss ich daran denken, dass große Wissenschaftler wie z.B. Stephen Hawking sagen, „das Universum habe sich aus sich selbst heraus geschaffen. Es brauche dazu keinen Gott. Es gab einen großen Knall und alles entstand. Das gilt und alles andere ist dumm und Selbstbetrug.“

Also im Grunde genommen sagt man mir, dass „alles“ – also wirklichalles, alles“ – das wir „unser Universum“ und „unsere Erde“ nennen, aus dem „Nichts“ entstanden ist. Da war also am allersten Anfang von Allem erst einmal „nichts“. Und dann hat dieses „Nichts“ beschlossen, sich selbst zu erschaffen. – Naja so in etwa wird es gesagt.

Damit habe ich ein echtes Problem, Leute!

Denn wenn da nichts ist, dann ist da nichts und nicht etwas.

Und dann schaue ich auf Himmelfahrt. Da ist nun nicht nichts. Da ist sogar ganz viel. Da ist ein Berg. Da sind Menschen. Da ist eine Wolke. Und dann verschwindet ein Mensch. Also aus etwas wird nichts, wenn man es mal ganz platt und untheologisch runterbricht. Obwohl das auch nicht richtig ist, denn es entsteht ja nicht nichts, sondern es ist nur weg. (Stichwort: Energieerhaltungssatz)

Mit Verlaub: das ist für mich allemal glaubwürdiger, als der von Hawking etc. postulierte Fall, das aus nichts etwas entstünde.

Verbunden mit den zahlreichen Berichten über den historischen Jesus, zahlreichen Krankenheilungen, Wundern und Wiederbelebung von Toten, die alle in entsprechenden historischen Quellen bezeugt werden, und natürlich der offensichtlichen, verstandessprengenden Auferstehung Jesu, werden diese „Kleinigkeiten“ an Himmelfahrt und Pfingsten dann schon wieder sowas von denkbar, dass mir schier schwindelig wird.

Und dann kann ich mit einem Mal sehr wohl annehmen, dass die Berichte in der Apostelgeschichte sich genau so abgespielt haben. Das Jesus tatsächlich in eine Wolke gehüllt wurde und dann entschwand. Dann kann ich sehr wohl glauben, dass an Pfingsten Feuerzungen vom Himmel kamen und das Sprachwunder geschah.

Dann bekommt Christi Himmelfahrt, also der Tag an dem Jesus Christus wieder „heim zu seinem Vater“ gegangen ist, plötzlich doch so etwas von Vatertag. Natürlich nicht in der Deutung, wie ich sie eingangs schon beschrieben habe, sondern in einer völlig anderen. In einer Bedeutung, die ich sehr gut annehmen kann. Jesus geht zum Vater. (Ich weiss, hier kommt das Thema mit der Trinität ins Spiel. Auch etwas schwer zu begreifendes. Damit beschäftige ich mich ein ander Mal.)

Aber wie schon gesagt: Jesus geht zum Vater. Es ist sein (unser) Vatertag. Da wird Jesus sich sicher auch gefreut haben.

So wie wir uns freuen dürfen.

Morgen ist nämlich „Vatertag“! 🙂

Versuchen wir doch einmal an diesem besonderen Tag unserem „Vater im Himmel“ mal ganz besonders nahe zu sein und ihm die Ehre zu geben. – Komasaufen gehört dann jedenfalls nicht dazu.

Meine ich.

Bis dann!

Andreas

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