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So „alte“ Menschen wie ich werden, sobald sie „Ben Hur“ hören, sicher wissen, wovon die Rede ist. Die „heutige Jugend“ (tztztztz) kann damit vieleicht gar nichts anfangen. Es sei denn, Eltern (wie ich) haben die Kiddys schon mit den Klassikern des Popcornkinos vertraut gemacht.

Ben Hur“ gehört zweifelsohne ohne zu den Klassikern. Sowohl in der Literatur, als auch im Kino.

Was ist „Ben Hur„?

Das Buch „Ben Hur – A Tale of the Christ“ wurde bereits 1880 veröffentlicht. Geschrieben hat es der ehemalige US Unionsgeneral Lee Wallace, der im Bürgerkrieg diente. An Gott glaubte er damals nicht. Er war sogar Freimaurer. Doch dann erzählte ihm ein Soldat von der Bibel und er begann zu lesen. Er kam zum Glauben und später schrieb er dann den erfolgreichen Roman.

Worum geht es?

Der adlige Juda Ben Hur gerät unter Verdacht den Statthalter von Jerusalem ermorden zu wollen und landet dafür auf der Galeere. Viele Jahre überlebt er und träumt von Rache. Tatsächlich kommt er schließlich frei und auf Umwegen gelangt er wieder zurück nach Jerusalem. Dort lässt er schließlich von seinen Racheplänen ab, nachdem er die Botschaft Jesu gehört hatte.

Als letztes Jahr die Neuverfilmung dieses Stoffes, „Ben Hur„, in die Kinos kam, mußte ich mir viele kritische Stimmen anhören. Der Film sei gar nicht so gut etc. etc. Ich gehöre allerdings zu den Leuten, die äußerst selten Dinge widerkäuen, die andere vorgekaut haben. Ich bilde mir selbst eine Meinung und höre nach Möglichkeit alle Seiten an. Erst dann entscheide ich. So auch bei „Ben Hur„.

Im Kino habe ich den Film verpasst und so gönnte ich mir jetzt die BluRay DVD zum Verkaufsstart.

Ich war schon immer ein großer Fan der 1959er Ben Hur Verfilmung mit Charleton Heston. Monumentalkino vom Feinsten! Der Film stimmt einfach in sich. Toll gemacht!

Vermutlich wurden diese Maßstäbe auch an die 2015er Neuverfilmung angelegt und daraufhin wurde dann „ein Urteil gefällt“. Das halte ich für Unfair. Die beiden Filme stammen aus völlig unterschiedlichen Zeiten. Die Kino- und Sehgewohnheiten haben sich in den dazwischenliegenden fast 60 Jahren sehr verändert. Aus diesem Grunde sagte ich mir vor dem Start der DVD: „Vergiss Charlton Heston, vergiss William Wyler (Regisseur von 1959), vergiss Miklós Rózsa (fantastische Filmusik der 59er Verfilmung). Schau dir den Ben Hur von HEUTE an!“

Das war eine kluge Entscheidung, ohne mich selbst loben zu wollen.

Mein Fazit gleich vorweg: „Ben Hur“ hat die Vorabschelte durch überkritische Menschen nicht verdient! Ja, er reicht natürlich nicht an die 59er Verfilmung heran, ganz klar. Das ganze Flair des Zelluloids fehlt einfach. Die HD gestochen scharfen Bilder erinnern einen an Videoaufnahmen. Zwar sehr realistisch, aber das, im Vergleich zu heute, unscharfe Bild der Vergangenheit machte einen Film erst zu einem Film. Das war Kintop, Fantasie, nicht real.

Der neue „Ben Hur“ ist gegenüber dem „alten“ anders. Für meine Begriffe kommt die Botschaft Christi viel besser rüber als „damals“. Zwar wurde seinerzeit Geburt und Sterben Jesus in schwülstigen Bildern der Zeit angepasst in Szene gesetzt, aber die Botschaft, also das, was Juda Ben Hur letztlich dazu bewog, von seinen Racheplänen abzusehen und zu vergeben, wird gar nicht angesprochen.

Ganz anders jetzt in der Neuzeit. Jesus taucht immer wieder im Film auf. Ein Zimmermann aus Nazareth, der mit den Menschen in seinem Umfeld lebt, der sagt, was er denkt, der sich einsetzt. – Und der vergibt. So wird er zum Vorbild Juda Ben Hurs, der schließlich auch vergeben kann.

Eine gute Botschaft des Films, der damit dem Buch gerecht wird. Ansonsten handwerklich gut in Szene gesetzt. Seeschlacht und Wagenrennen gekonnt umgesetzt und spannend dargestellt. Und – man staune – wesentlich unblutiger als in der 1959er Version! Damit hatte ich offen gestanden nicht gerechnet. Denn heute wird ja lieber direkt „drauf gehalten“, als dezent abgeblendet.

Ich finde: „Ben Hur“ ist sehenswert. Nicht der ganz große Wurf. Aber das liegt daran, dass die Geschichte auch nicht mehr ganz neu und vielen schon bekannt ist. Für die junge Generation ist „Ben Hur“ aber ein guter Film zum Thema Vergebung.

Ansehen!

Bis demnächst

Andreas

Ben Hur
Januar 2017
DVD und BluRay

Von seinem Adoptivbruder Messala verraten, wird der jüdische Fürst Judah Ben Hur zu Unrecht eines Attentats auf den römischen Statthalter von Judäa beschuldigt und als Sklave auf eine römische Galeere geschickt. Nach Jahren auf See und einer Zeit unglaublichen Leids kehrt er in seine Heimat zurück und schwört Rache: am Römischen Reich und an seinem nunmehr erbittertsten Widersacher Messala. Doch dann stellt die Begegnung mit Jesus von Nazareth sein Leben auf den Kopf ...

Das berühmte Heldenepos basiert auf Lew Wallaces gleichnamiger Romanvorlage, die für dieses Monumental-Spektakel neu bearbeitet und spektakulär in Szene gesetzt wurde. Dabei haben die Macher besonders viel Wert auf die Vermittlung christlicher Inhalte gelegt. Bemerkenswert ist auch die hochrangige Besetzung mit Hollywood-Star Morgan Freeman und einem starken Jack Huston in den Hauptrollen.

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