Der Bibelraucher

Es gibt ja, wie man ab und an liest , recht “heftige” Lebensgeschichten. Wenn man davon liest, gruselt es einem manches Mal schon.

Die Geschichte von Wilhelm Buntz gehört auch zu den Geschichten, bei denen man als Leser nur den Kopf schüttelt und sich fragt: “Wie können Menschen so herzlos zu ihren Kindern sein?”

Das dies mit den Kindern natürlich auch etwas macht, sollte uns eigentlich allen klar sein.

So auch mit Wilhelm. Er erfuhr keine Liebe, keine Nähe, sondern stets Ablehnung. Das machte ihn aggressiv und wütend. Immer war er nur auf sich selbst gestellt. Das man dann eine l.m.a.A Haltung einnimmt und alles anderen nur noch “doof” sind, ist für mich absolut nachvollziehbar.

Und so wurde aus dem kleinen Wilhelm schnell der Wilhelm, vor dem alle Angst hatten. Und ihm tat es wiederum gut, dass er wenigstens auf diese Weise wahrgenommen wurde und sich gehörig Respekt verschaffen konnte.

Doch wer so unterwegs ist, gerät schnell auf die schiefe Bahn und dann zwangsläufig in Konflikt mit dem Gesetz. Und auch “das Gesetz” ist nicht unbedingt immer das Richtige für Straftäter. So wird im Buch von einer Episode berichtet, in der ich als Leser nur fassungslos war, wie in den 1950er Jahren ein “Rechtsstaat” wie Österreich mit einem jungen Menschen umgehen konnte. Das war schlichtweg grausam und menschenverachtend. Das daraus keine Liebe zur Gesellschaft entstehen konnte, sollte eigentlich auch jedem klar denkenden Menschen bewusst sein.

Es kam also wie es kommen musste, Wilhelm Buntz machte eine “Karriere” als Gewalttäter, Dieb und Räuber. Letztlich führte das dazu, dass durch seine Schuld sogar Menschen den Tot fanden.

Früh machte er mit Gefängnissen Bekanntschaft. Er wurde letztlich wegen 148(!) Verbrechen angeklagt und saß immer für lange Zeit ein. Und selbst im Gefängnis blieb er sich treu und wurde deshalb ständig zu Einzelhaft innerhalb des Knastes verurteilt. Dort saß er nun allein. Tisch, Stuhl, Bett und eine Liege. Und eine Bibel. Mehr war dort nicht zugelassen.

Aber er schaffte es, sich Tabak zu organisieren, damit er wenigstens rauchen konnte. Nur mit den Blättchen zum Selberdrehen war es schwierig. So entschloss er sich einfach das dünne Papier aus der Bibel zu verwenden, dem Buch von diesem “Gott”, an den er sowieso nicht glaubte. Doch bevor er die Seiten aus der Bibel riss und sich Blättchen anfertigte, las er die Seite vorne und hinten durch. Er wunderte sich über diese seltsamen Geschichten und schüttelte den Kopf über sie.

Im Lauf der Zeit bemerkte er aber, dass die Worte, die er las, etwas in ihm bewirkten. Zeit zum Nachdenken hatte er auch noch genug und so – langer Rede kurzer Sinn – er bekehrte sich zum Glauben an Jesus Christus.

Und aus dem “blutigen Wilhelm” wurde ein anderer Mensch.

Wie diese Metamorphose von Statten ging und wie es zu dieser ganzen Geschichte kam, beschreibt Wilhelm Buntz nun in seinem Buch “Der Bibelraucher”.

Ich habe das 250 Seiten starke Buch an einem Wochenende verschlungen. Und ich habe nur deswegen “so lange” benötigt, weil ich noch private Termine hatte.

Die Geschichte des Bibelrauchers berührt. Und sie zeigt, dass wirklich unglaubliche Dinge geschehen können, wenn Gottes Wort und Geist in einem Menschen wirkt. So richtig kann auch ich es nicht fassen, dass ein so böser Mensch wie Wilhelm Buntz es schafft, sich um volle 180 Grad zu wandeln, zu verändern und zu einem völlig anderem Menschen zu werden.

Wunder geschehen auch heute noch. Jeden Tag.

Und wenn DU meinst, du wärst ein schlechter Mensch und nicht mehr zu retten, dann spreche ich dir zu: “Auch du kannst gerettet werden und endlich frei sein!”

Gott verändert uns Menschen, wenn wir uns auf ihn einlassen.

Die Geschichte vom Bibelraucher zeigt dies in aller Deutlichkeit.

Leseempfehlung!

Bis bald!

Andreas

Der Bibelraucher
Wilhelm Buntz
Biografie
SCM Hänssler
August 2018
Gebunden
256

Die Bibel – von der Lunge ins Herz

Härtetest, schon als Baby: von der Mutter ausgesetzt, vom Vater ins Heim abgeschoben. Als Jugendlicher fährt er einen Mann tot. Jugendarrest, Gerichtssaal, Bewährung – der gewohnte Lebensrhythmus von Wilhelm Buntz.
1983: In einer Zelle greift Buntz zur Bibel. Er liest eine Seite, reißt sie heraus, rollt sich eine Kippe. So qualmt er sich bis zum Neuen Testament. Da packt ihn der Text. Gott sagt: »Ich bin treu wie ein liebender Vater.« Ist das möglich? Er wagt den ersten Schritt in eine völlig neue Richtung ...

Wilhelm Buntz arbeitete bis zur Rente im Oktober 2017 im Blindenheim in Freiburg in der sozialen Betreuung. Er ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Der Ex-Knacki lebt heute nach dem Motto: »Wir müssen die Hölle plündern und den Himmel bevölkern.«

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